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Nahezu zeitgleich mit dem Start der Jubiläumsausgabe von Hunger.Macht.Profite.10, den Filmtagen zum Recht auf Nahrung, an 19 Spielorten traten in Österreich Mitte März 2020 die Corona-Ausgangsbeschränkungen in Kraft.
Mit Unterstützung unserer Fördergeber*innen und in Zusammenarbeit mit FILME für die ERDE haben wir von 4. April bis 2. Mai 2020 ausgewählte Filme über Video-on-Demand durch kostenfreie Filmschlüssel zugänglich gemacht und mit den Online-Filmgesprächen eine Diskussionsplattform geschaffen.
Wir danken für euer Mitdiskutieren und Mitgestalten:

Zu den Dokumentarfilmen und Online-Filmgesprächen:

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Film-Link (4.4.-2.5.2020):
https://filmsfortheearth.org/de/filmkeys/bittere-ernte-hmp 
Bittere Ernte - Bauern weltweit in Not
Les Dépossédés
von Mathieu Roy, Schweiz/Kanada 2017, 76 Min, OF deutsch untertitelt
zum Film-Trailer
© Mira Film















Der Markt und multinationale Konzerne sind zur alles bestimmenden Macht in der Landwirtschaft geworden. Ob Preis, Saatgut oder Arbeitsweise – nachhaltige und selbstbestimmte Landwirtschaft ist kaum mehr möglich. Bäuer*innen müssen unter widrigen Bedingungen arbeiten und leiden oft selbst unter Mangelernährung. Das hat dramatische Folgen: In den letzten Jahren ist die Zahl der Selbstmorde unter den Bäuer*innen weltweit um ein Vielfaches gestiegen. Ursache dieser humanitären Katastrophe ist ein globales Wirtschaftssystem, das glaubt sich über die Natur hinwegsetzen zu können und somit Menschenleben gefährdet und oft langfristig zerstört.

Do, 30. April 2020, 20 Uhr

Online-Filmgespräch zu Bittere Ernte


mit Simone Peter (Brot für die Welt) und Franziskus Forster (ÖBV-Via Campesina Austria), moderiert von Andreea Zelinka (FIAN Österreich), vom 30.4.2020

Bauern und Bäuerinnen rund um den Globus kämpfen um eine selbstbestimmte und kleinbäuerliche Landwirtschaft. Doch Konzerne und die Agrarindustrie verankern ihre Macht über internationale Handelsabkommen und in der Agrarpolitik.

Mit Franziskus Forster (ÖBV-Via Campesina Austria) und Simone Peter (Brot für die Welt) diskutieren wir die aktuelle Situation von Bauern und Bäuerinnen weltweit. Welche Folgen hat die Corona-Krise für Menschen, die an Hunger und Mangelernährung leiden? Wie geht es mit internationalen Handelsabkommen wie z.B. mit EU-Mercosur weiter? In welche Richtung steuert die EU-Agrarpolitik? Und wie können Menschenrechte und regionale Lebensmittelsysteme besonders jetzt gestärkt und durchgesetzt werden?

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Film-Link (4.4.-2.5.2020):
https://filmsfortheearth.org/de/filmkeys/danke-fuer-den-regen-hmp
Danke für den Regen
Thank You For The Rain
von Julia Dahr und Kisilu Musya
Kenia/Norwegen/Großbritannien 2017, 60 Min, OF deutsch untertitelt

zum Film-Trailer

© Banyak Films; Differ Media, Julie Lillesæter

















Ein sternenklarer Nachthimmel – schön und für den kenianischen Bauern Kisilu Musya ein Problem. Der ausbleibende Regen stellt eine existentielle Bedrohung für ihn und seine Familie dar. Seine Community versucht er daher unermüdlich von neuen Ideen zu begeistern. Seinen Klima-Aktivismus, die Extremwetterereignisse und die verheerenden Folgen des Klimwandels hält er über fünf Jahre in einem Videotagebuch fest. Mit Unterstützung der Filmemacherin Julia Dahr und einer norwegischen NGO reist Kisilu Musya als Vertreter der Kleinbäuer*innen einer vom Klimawandel besonders stark betroffenen Region zur UN-Klimakonferenz nach Paris. Ein Film über Hoffnung, Engagement und Herausforderungen des Klimaaktivisten in seiner Community als auch in der großen politischen Arena.


Do, 16. April 2020, 20 Uhr

Online-Filmgespräch zu Danke für den Regen


mit Daniel Bacher (DKA, Projektreferent für Afrika) und Ulrike Minkner (Uniterre - Via Campesina Schweiz)
moderiert von Julianna Fehlinger (ÖBV - Via Campesina Austria)
Trockenheit, Überschwemmungen, Sturm - unser Klima ist aus dem Gleichgewicht geraten. Was das für einen Kleinbauern und seine Familie in Kenia bedeutet, erzählt "Danke für den Regen". Ein Film über Hoffnung, Engagement und Herausforderungen. Doch auch Bauern und Bäuerinnen bei uns sind stark von der Klimakrise betroffen. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft auch eine wesentliche Verursacherin von klimaschädlichen Gasen.

Im Gespräch mit Daniel Bacher (DKA, Projektreferent für Afrika) bekommen wir Einblick in die Situation in Ostafrika, wo durch die Veränderungen des Klimas eine Heuschreckenplage ausgelöst wurde und in die Zusammenarbeit vor Ort um krisenfeste und agrarökologische Systeme aufzubauen. Ulrike Minkner (Uniterre, Via Campesina i.d. Schweiz) erzählt uns von den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft in den Alpen und der Selbstorganisierung von Bauern und Bäuerinnen, um die regionalen Strukturen zu stärken und Ernährungssouveränität umzusetzen.

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Film-Link (4.4.-2.5.2020):
https://filmsfortheearth.org/de/filmkeys/seeds-profit-hmp
Seeds of Profits
von Linda Bendali, Frankreich 2019, 52 Min, OF deutsch untertitelt
zum Film-Trailer
© Premières Lignes Télévision















60 Jahre standardisierte Obst- und Gemüseproduktion und die Herstellung von industriellen Hybriden haben sich dramatisch auf ihren Nährstoffgehalt ausgewirkt. Gemüse hat 27% seines Vitamins C und fast die Hälfte seines Eisens verloren. In den letzten 100 Jahren sind weltweit 75% der kultivierten Sorten verschwunden. Die Samen des Obst und Gemüse sind Eigentum einiger multinationaler Unternehmen wie Bayer und Dow-Dupont. Diese lassen ihr Saatgut für eine Handvoll Rupien in Indien produzieren. Sie erzielen Umsätze in Milliarden-Höhe und profitieren von einem globalisierten Geschäft, in dem Saatgut für mehr als Gold verkauft wird.

Do, 23. April 2020, 20 Uhr

Online-Filmgespräch zu Seeds of Profits


mit Katherine Dolan (Arche Noah Saatgutpolitik) und Katalin Erdodi (Sezonieri Kampagne - für die Rechte von ErntehelferInnen), moderiert von Tina Wirnsberger (FIAN Österreich)
Biodiversität ist essenziell für die globale Ernährungssicherung. Vielfalt und freies, regionales Saatgut machen Landwirtschaft flexibel und widerstandsfähig. Dennoch gehören 2/3 des weltweit verkauften Saatguts heute vier multinationalen Konzernen, von denen drei zugleich Pestizide herstellen. Gemüse und Obst, das für die agro-kapitalistische Produktion und Vermarktung hybridisiert wird, verliert nicht nur mehr als die Hälfte an ursprünglichen Nährstoffen, es wird auch zu zum trojanischen Pferd für chemische Produkte. Gewonnen werden die Samen unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen im Globalen Süden – von Kindern und unterbezahlten Frauen. „Seeds of Profit“ führt den Zuschauer*innen die negative Tragweite der Saatgut-Privatisierung deutlich vor Augen.

Von welch großer Bedeutung ein widerstandsfähiges Ernährungssystem ist, erleben wir gerade jetzt, wo mit COVID-19 und den Maßnahmen gegen die Ausbreitung auch eine Ernährungskrise droht. Auch mit Blick auf die aktuelle Situation sprechen wir mit Katherine Dolan (Arche Noah, Saatgutpolitik) über die Auswirkungen monopolisierten Saatguts, welche Alternativen Wege es gibt und darüber, wie die Macht über Saatgut umverteilt werden kann. Katalin Erdodi von der Sezonieri Kampagne gibt uns Einblick in den Kampf um faire Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft und wir diskutieren die Organisation und Forderungen landwirtschaftlicher Arbeiter*innen und welche Rolle landwirtschaftliche Lohnarbeit für die Transformation des Agrar- und Ernährungssystems spielt.

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FILME für die ERDE, eine der reichhaltigsten Mediatheken zu Nachhaltigkeit, unterstützt Hunger.Macht.Profite.10 mit Streaming-Technologie und freut sich, damit Filme zu Nachhaltigkeit auch in Österreich verbreiten zu helfen.